Anywhere, anytime: mobiles Arbeiten – Teil 1

Mobiles Arbeiten ist die Zukunft! Wenn man sich an den immer häufiger aufkommenden Publikationen, den Strategien der grossen Unternehmen und den Strömungen neuer Technologie orientiert, dann stehen wir an der Schwelle zu einer neuen Arbeitsrevolution. Derzeit bedeutet Arbeit für die Meisten von uns: feste Arbeitszeiten, ein fester Arbeits-Ort mit Schreibtisch, Stuhl in einem eigens dafür vorgesehenen Gebäude. Die Zukunft der Arbeit wird allerdings immer mobiler und flexibler. Laut dem Marktforschungsinstitut IDC werden wir bis zum Jahr 2013 weltweit mehr als 1,2 Milliarden mobile Arbeitskräfte haben. Vorreiter sind hier die USA und Japan, allerdings ist auch die EU mit 130 Millionen Menschen an dieser Entwicklung beteiligt.

Die Einführung der mobilen Arbeit hat mehrere Gründe von Seiten der Arbeitgeber und Ihrer Mitarbeiter, konfrontiert diese allerdings auch mit Herausforderungen die mit dieser Veränderung einher gehen.

Die Gründe für Unternehmen liegen auf der Hand:
Mobiles Arbeiten spart nicht nur Kosten durch die Mehrfach-Belegung von physikalischen Arbeitsplätzen, sondern erhöht auch die Flexibilität in der Ressourcen-Planung. Zusätzlich bietet mir als Unternehmen die Mobilisierung meiner Angestellten die Möglichkeit meine Präsenz bei Kunden und Partnern zu erhöhen und dies völlig unabhängig von der räumlichen Präsenz meiner Büroräume.

Für Arbeitnehmer und Freelancer sind die Vorteile ähnlich:
Auch der Arbeitnehmer spart Zeit und Geld durch die Möglichkeit mobil und von zu Hause aus zu arbeiten. Die Zeit und die Kosten für Fahrten von und zum Büro entfallen. Der Gewinn an Flexibilität ist immens, da die private Zeitplanung (z.B. für Sport oder die Betreuung von Kindern) ganz neu in den Tag integriert werden kann. Für Arbeitnehmer im Aussendienst liegen die Vorteile vor allem in der Zeitersparnis, da administrative Tätigkeiten nun während unvermeidbarer Wartezeiten (z.B. am Flughafen) erledigt werden können. Somit entfällt die “Aufarbeitung” der e-Mails und Anrufe nach der Heimkehr. Die Zeitersparnis liegt hier bei 1-2 Stunden pro Reisetag. Zu guter letzt bietet Mobilität die Möglichkeit das Arbeiten zu entzerren und somit den Stress deutlich zu verringern.

Herausforderungen der mobilen Arbeit sind ebenso vielfältig, wie die Vorteile. An dieser Stelle soll nur eine Aufzählung genannt werden, da wir in verschiedenen weiteren Artikeln die einzelnen Probleme und konkrete Lösungen einzeln beleuchten wollen:

  1. Für Unternehmen und Mitarbeiter besteht gleichermaßen das Problem der Entfremdung. Mitarbeiter die lange als Einzelkämpfer unterwegs sind können auf Dauer in Isolation verfallen und somit nicht nur informativ den Anschluss verlieren, sondern auch den Bezug zu Ihrem Arbeitgeber. Wichtig ist hier einerseits eine Infrastruktur für den schnellen und einfachen Austausch von Informationen zu schaffen (z.B. online CRM Lösungen) und andererseits auch Rahmenbedingungen für den Zusammenhalt von Teams zu schaffen. Hierbei sind vor allem regelmässige Telefonkonferenzen oder virtuelle Meetings zu nennen, da die persönliche Abstimmung nicht durch online Systeme ersetzt werden kann. Hieraus ergibt sich auch die Notwendigkeit, dass virtuelle Mitarbeiter eine erhöhte Sozialkompetenz besitzen müssen. Mit Kollegen in Kontakt zu bleiben ist nicht für jeden Mitarbeiter selbstverständliche. Notfalls muss diese Sozialkompetenz durch Trainings vermittelt werden.
  2. Zusätzlich muss sich ein Unternehmen (vor allem grosse Industriekonzerne) im Bereich Mobilität der grössten Herausforderung stellen: Die Kultur des Unternehmens muss es schaffen Mitarbeiter vor allem emotional an sich zu binden. Die Dimension dieses einfachen Satzes ist immens! Neben vergleichbaren Gehältern am Markt sind hier vor allem “softe” Faktoren entscheidend. Stichworte sind: Identifikation mit Produkten und der Marke; Spass an der Arbeit; Sicherheitsgefühl; Teambuilding muss integraler Bestandteil der Philosophie sein; Anerkennung muss auch für “remote worker” erkennbar und spürbar sein.
  3. Punkt 2 ist auch eng verbunden mit einer grossen Angst, die für Unternehmen mit der Mobilisierung Ihrer Mitarbeiter verbunden ist: Der Verlust von Kontrolle. Dieser Tatsache lässt dich noch nicht mal widersprechen. Manager die Ihre Mitarbeiter nicht ergebnisorientiert, sondern mit Mikromanagement führen, werden in der mobilen Arbeitswelt nur schwer Ihren Platz finden. Die Mitarbeiter können in einer mobilen Welt nur noch an Deadlines und Milestones gemessen werden. Der Weg zum Ergebnis kann in Zukunft nicht mehr ein Entscheidungsfaktor über die Qualität der Arbeit sein.
  4. Zu guter letzt ist die Bereitstellung der richtigen Arbeitsmaterialien und der richtigen Arbeitsinfrastruktur entscheidend. Dieser Punkt scheint auf den ersten Blick sehr banal, ist allerdings gerade in Unternehmen, in denen Mitarbeiter auch privates Arbeitmaterial mit nutzen (z.B. das private iPhone) eine grosse Herausforderung. Die Systemwelten miteinander sprechen zu lassen ist heutzutage eben doch noch nicht so trivial. Hierzu gibt es Lösungen, die allerdings dann auch richtig in den Unternehmen implementiert werden müssen.
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2 Comments for this entry

Thorsten
March 24th, 2011 on 17:26

Glücklicherweise können gerade kleinere Unternehmen von den beschriebenen Entwicklungen zualleresrt profitieren. Denn die Umsetzung von netzwerkartiger Arbeitsorganisation und Datenaustausch sowie Komminikation in der Cloud dürfte hier sicher schneller umsetzbar sein.
Übrigens: Eure Blog-Themen finde ich wirklich interessant. Aber kann die Schrift vielleicht etwas kontrastreicher, sprich dunkler sein? Es ist teils recht mühsam zu lesen.

    Carsten
    March 25th, 2011 on 23:35

    Hey Thorsten,

    erstmal Danke für den Tip mit der Schrift. Wir haben uns das gleich zu Herzen genommen und die Schrift etwas dunkler gemacht. Es freut uns, dass Dir die Themen gefallen.